Was ist das Besondere bei H3 Uhren?

Jeder von euch kennt die nachleuchtende Beleuchtung auf den Ziffern und Zeiger eurer Uhren. Und jeder von euch kennt es, wenn in der Dunkelheit vielleicht schon nach Minuten oder nach einer Stunde von den Ziffern und Zeiger nichts mehr zu sehen ist. Genau dieses Problem umgehen H3 Uhren. Wie genau funktioniert das?

Eines vorneweg: Es halten sich immer wieder Aussagen, daß H3 Uhren* gefährlich wären, weil dort ja radioaktives Material verbaut wird. Nach diversen Rücksprachen mit den Herstellern wurde mir immer wieder versichert, daß dies nicht der Fall ist. Wenn eine H3 Uhr* gefährlich wäre, könnten die Uhren zudem in Deutschland nicht verkauft werden.

Nach Angaben der Hersteller besitzen die Zerfallselektronen des Tritiums in der Luft gerade mal eine Reichweite von 1-3mm. Sie können die menschliche Haut nicht durchdringen, wenn diese durch einen Glasbruch einmal aus der Uhr austreten würden. Solange die Glasröhrchen in der Uhr intakt sind, kann überhaupt keine radioaktive Strahlung austreten. Auch wenn Tritium aus den Uhren auf irgendeinen Weg in den Körper gelangen sollte, so würde es sich gleichmäßig im Körperwasser verteilen und nach einer biologischen Haltwertszeit von 10 Tagen wieder ausgeschieden.

Im Eingangsbereich des weltweit führenden Produzenten für H3-Glasröhrchen (mb-microtec®) in der Schweiz hängen zahlreiche Informationen zu genau dieser Fragestellung. Darunter findet man folgende Aussage: Wer es wirklich schaffen würde, alle Glasröhrchen in einer H3 Uhr zu zerbrechen, und das daraus frei werdende Gas einzuatmen, der hätte gerade einmal 0,004 Milisievert Radioaktivität im Körper. Und dazu der Vergleich: Wenn du eine ganz normale Banane isst, nimmst du genau soviel Radioaktivität in deinen Körper auf. Wenn du mit dem Flugzeug eine Strecke von 6000 Kilometer zurücklegst, hast du sogar 0,06 Milisievert absorbiert. Oder rauchst du vielleicht Zigaretten? Wenn du täglich 20 Zigaretten rauchst, dann nimmst du 8,8 Milisievert Radioaktivität im Jahr auf!

Ich denke, daß dieser Vergleich schön darstellt, daß von den H3 Uhren* grundsätzlich keine größere Gefahr ausgeht.

Übersicht über die Strahlung bei verschiedenen Anwendungen
Übersicht der Strahlenbelastung

Doch wie funktioniert nun diese „besondere“ Beleuchtung in den H3 Uhren?

Ich möchte euch hier eine grundsätzliche Beschreibung der Beleuchtungselemente geben, beziehe mich aber auf die Produktbeschreibung aus dem Hause mb-microtec®. Diese ist das wohl führende Unternehmen weltweit für die Produktion dieser kleinen Beleuchtungselemente.

Die Beleuchtung der H3-Uhren* erfolgt mit kleinsten Glasröhrchen. Diese Glasröhrchen sind hermetisch versiegelt und leuchten ohne externe Energiezufuhr – also ohne Strom, Batterie oder Sonnenbestrahlung. Nach Angaben des Herstellers leuchten diese Elemente Jahrzehnte lang. Mb-microtec® gibt eine 24/7 Lichtgarantie für 10 Jahre. Aber auch nach 10 Jahren ist die Leuchtkraft noch nicht erschöpft. Die Uhren leuchten dann nur nicht mehr so stark. Du kannst dann die Uhrzeit in der Dunkelheit aber immer noch gut ablesen.

Mb-microtec® nennt seine kleinen Glasröhrchen trigalight®. Diese funktionieren ähnlich wie eine Kathodenstrahlröhre, welche ehemals in Fernsehbildschirmen eingesetzt wurde.

Die trigalight® bestehen aus einem Glasgehäuse bzw. aus einem versiegelten Glasbehälter. Die Innenwände werden mit einem phosphoreszierenden Farbstoff beschichtet. Hier wird Zinksulfid verwendet, da dieses Pulver die Fähigkeit hat, elektrische Energie in Licht umzuwandeln. Diese elektrische Energie entsteht bei den trigalight® aus Tritiumgas. Tritiumgas ist ein niedriger Beta-Strahlen-Emitter.

Tritium verliert beim Zerfallen seine Elektronen. Trifft nun eines dieser Elektronen die Beschichtung wird es „eingefangen“ und in Licht umgewandelt. Trigalight® können mittlerweile in verschiedenen Farben leuchten. Dies geschieht durch verschiedene Beschichtungen. Das Gas hat hier keinen Einfluss. Die Menge des Gas beeinflusst lediglich die Leuchtkraft der einzelnen Glasröhrchen.

Schon vor über 50 Jahren begann man bei mb-microtec® mit der Produktion von solchen Glasröhrchen. Mittlerweile hat man die Produktion immer wieder verbessert und zur Perfektion ausgebaut. So können heute Glasröhrchen produziert werden, die nicht viel dicker als ein Haar sind. Über 100 Angestellte arbeiten für mb-microtec@. Auch die Uhrenfirma Traser* gehört zum Produktportfolio.

Angefangen hat alles vor 50 Jahren, als der spätere Gründer von Luminox nach einer Möglichkeit suchte, seine Uhren mit einer permanenten Beleuchtung auszustatten. Bei seiner Suche fand er in der Schweiz ein junges Unternehmen, mit dem er dann zusammen die permanente Beleuchtung entwickelte. Luminox gehört auch heute noch zu den bekanntesten Abnehmern der H3-Beleuchtung. Aber auch 40 – 50 andere Uhrenmarken weltweit, darunter KHS Tactical Watches* und H3Tactical, beziehen die kleinen Glasröhrchen hier in der Schweiz.

Die erste Uhr mit den trigalight® war die Traser P6500 Type 6*. Im Jahr 1989 wurden von der amerikanischen Armee 300.000 Uhren geordert. Diese Traser erfüllte damals schon die US- Armeespezifikation MIL-W- 46374F

Wie ist der eigentliche Produktionsprozess der trigalight®?

Schritt 1: Herstellung des Glasröhrchens

Die Glasröhrchen werden erhitzt und dann in den  gewünschten Durchmesser gezogen. Der kleinste erreichbare Durchmesser beträgt 0,3 mm, was in etwa dem Durchmesser eines menschlichen Haares entspricht!

Schritt 2: Beschichtungsprozess

Ein lumineszierendes Material (Pulver) wird auf die Innenwände der Glasröhrchen aufgetragen. Diese Beschichtung ist in allen Farben des Regenbogens erhältlich.

Schritt 3: Tritium-Füllung

In einem sehr heiklen Prozess werden die Fläschchen mit Tritiumgas gefüllt.

Schritt 4: Schneideprozess

Im nächsten Produktionsschritt werden die Glasröhrchen entweder manuell oder mit hoch entwickelten Lasermaschinen auf die gewünschte Länge geschnitten und versiegelt.

Schritt 5: Qualitätskontrolle

Jedes Glasröhrchen  wird einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen (z.B. einem Flüssigkeitsszintillationstest).

Schritt 6: Einbau in verschiedenste Produkte

Die fertigen Leuchten sind dann für eine Vielzahl von Anwendungen bereit. Derzeit sind die Leuchten in der Sicherheits-, Verteidigungs- und Uhrenindustrie sehr gefragt. Alle trigalight®-Produkte sind völlig wartungsfrei und ein echtes Place-and-Forget-System.

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