Glasarten bei den H3 Uhren

Es gibt ja mittlerweile viele verschiedenen H3 Uhrenmodelle auf dem Markt. Und genauso viele verschiedene Glasarten scheint es zu geben. Wer sich mit dem Thema der H3 Uhren auseinander setzt, wird unweigerlich dazu kommen, sich zu fragen, was bedeuten eigentlich die unterschiedlichen Glasarten. Auf dem Markt der H3 Uhren gibt es Kunststoffgläser, Mineralgläser, gehärtet Mineralgläser und Saphirgläser. Doch welches Glas brauche ich wirklich?

Grundsätzlich soll das Uhrenglas das Innere der Uhr und vor allem das Ziffernblatt vor äußeren Einflüssen wie beispielsweise Staub oder Wasser schützen. Dabei soll es einen freien Blick auf die Uhrzeit gewährleisten. In den Qualitäten der verschiedenen Glastypen gibt es natürlich große Unterschiede. Genauso wie in den Preisen. So kostet eine H3 Uhr mit einem Saphirglas um etliches mehr, als eine H3 Uhr mit einfachem Mineralglas.

Die Kratzfestigkeit ist eine der Haupteigenschaften eines Uhrenglases. Im Vergleich der Uhrengläser ist bei einem Kunststoffglas ist die Kratzfestigkeit am geringsten. Das Mineralglas ist da schon kratzfester. Bei den gehärteten Mineralgläsern wurde die Kratzfestigkeit nochmals erhöht. Das Saphirglas ist in Bezug auf die Kratzfestigkeit allerdings der absolute König. Es besitzt bei den Uhrengläsern die höchste Kratzfestigkeit.

Anders sieht es leider bei der Bruchfestigkeit aus. Das Saphirglas ist im Vergleich das bruchanfälligste. Etwas stabiler ist dann das Mineralglas. Die beste Bruchfestigkeit bietet demnach das Kunststoffglas.

Wie Sie sehen, müssen Sie vor Auswahl des für Sie besten Uhrenglases sich festlegen, ob Sie lieber einen langen, kraftfreien Blick auf das Ziffernblatt haben möchten und einen evtl. Bruch des Glases hinnehmen. Oder ob Sie mit einigen Kratzern auf dem Uhrenglas leben können, und dafür Wert auf die höhere Bruchfestigkeit eines Kunststoffglases legen.

Und jetzt wird es etwas technisch. Wir möchten Ihnen hier mal eine kleinen Überblick über die technische Beschreibung von Glas geben: Glas wird durch Schmelzen erzeugt und ist eine amorphe Substanz. Die meisten Uhrengläser bestehen zum größten Teil aus Siliciumdioxid. Sie sind fast immer lichtdurchlässig. Die aus dem Siliciumdioxid hergestellten Gläser nennt man auch Silikatgläser. Diese Art der Uhrengläser sind am weitesten verbreitet. In der Wärmelehre (Thermodynamik) wird Glas als gefrorene, unterkühlte Flüssigkeit bezeichnet, der Übergangsbereich zwischen Schmelze und Feststoff, liegt bei den meisten Glasarten um die 600 °C.

Nun gibt es aber auch Uhrengläser aus Kunststoff, die beispielsweise von der Fa. KHS Tactical Watches verwendet werden. Diese Kunststoffgläser fallen aufgrund des amorphen Aufbaus und eines Glasübergangs ebenfalls unter die Kategorie Gläser, obwohl Kunststoffuhrengläser eine völlig andere chemische Zusammensetzung haben. Oft werden diese Kunststoffgläser auch als organisches Glas bezeichnet.

Das Uhrenglas in der historischen Entwicklung.

Ganz alte Armbanduhren, die vor 1930 hergestellt wurden, hatten meist nur ganz einfaches, ungehärtetes Silikatglas. Dieses einfache Glas war aber sehr anfällig und nicht besonders widerstandsfähig. Schon leichte Stöße reichten aus, damit das Glas zerbrach oder sich tiefe Kratzer bildeten.

Mit der Entwicklung der Flieger- und Taucheruhren Mitte der 1950er Jahre wurden auch bessere und langlebigere Uhrengläser produziert. In dieser Zeit wurden immer öfters Kunststoffgläser verwendet. Durch die günstige Produktionsweise waren die Kosten für ein solches Glas recht gering. Das Glas selbst war aber sehr leicht und hatte eine hohe Bruchfestigkeit. Diese Eigenschaften nutzten immer mehr Uhrenproduzenten um Ihre Uhren mit einem „neuartigen“ Kunststoffglas auszustatten.

Aber ein Kunststoffglas hatte noch weitere Vorteile. Es gibt weniger Reflexionen und Spiegelungen. Dadurch erscheint das Ziffernblatt besonders klar und es sieht sehr natürlich aus. Das ist gerade bei H3 Uhren ein großer Vorteil, denn H3 Uhren werden oft von Einsatzkräften getragen. Hier sind Spiegelungen unbedingt zu vermeiden um im „Feld“ nicht aufzufallen.

Allerdings haben Kunststoffgläser auch Nachteile. Sie bieten leider eine sehr hohe Kratzanfälligkeit. Daher werden Kunststoffgläser aktuell nur bei wenigen Modellen noch eingesetzt. Diese Modelle befinden sich preislich dann auch im unteren Preissegment.

Die Kunststoffgläser wurden mit der Zeit durch Mineralgläser ersetzt. Heute werden beispielsweise bei KHS Tactical Watches zumeist dann speziell gehärtete Mineralgläser verwendet. Dabei werden die „normalen“ Mineralgläser durch Erhitzen oder durch das  Bedampfen kratzunempfindlicher gemacht. Ein normales, ungehärtetes Silikatglas hat in etwa eine Härte von 400 Vickers. Bei einem gehärteten Mineralglas erhöht sich diese Härte auf 900 Vickers.

Was ist nun ein Vickers, werden Sie sich fragen? Nun, Vickers ist die Maßeinheit für die Härte bzw. für den mechanischen Widerstand eines Werkstoffs. Dabei ist der Wert 900 schon recht gut einzustufen.

Allerdings ist dieser Wert doch sehr gering, wenn man Ihn mit der Vickershärte eines Saphirglases vergleicht. Ein solches Saphirglas hat eine Vickershärte von 2.000. Damit stellt ein Saphirglas das härteste Uhrenglas dar. Es gibt nur noch zwei Dinge auf der Erde, die noch Härter sind als das Saphirglas: Der Moissanit und der Diamant.
Diese unglaubliche Härte des Saphirglases verleiht ihm dann auch die ungeheure Kratzfestigkeit. Diese sehr hohe Kratzfestigkeit ist gerade bei den H3 Uhren extrem wichtig. Da die H3 Uhren meist als Einsatzuhren von Soldaten oder Rettungskräften getragen werden ist die Gefahr, daß man damit bei einem Einsatz an einem scharfkantigen Gegenstand „hängen“ bleibt sehr groß.

Wenn Sie bei einem Saphirglas einen Kratzer auf dem Uhrenglas entdecken ist das normalerweise nur der Abrieb des Gegenstands, der an der Uhr „gekratzt“ hat. Diesen Abrieb können Sie ganz bequem mit einem Radiergummi beseitigen. Das Saphirglas ist dann wieder wie neu.

Mit einem hochwertigen Saphirglas haben Sie auf jeden Fall den Genuss, die Uhrzeit ohne Kratzer abzuleben. Und das wohl bis zum Lebensende Ihrer H3 Uhr.

Bei KHS Tactical Watches hat man sich beispielsweise dazu entschlossen, bei neuen Uhrenmodellen nur noch gehärtete Mineralgläser oder sogar Saphirgläser zu verwenden.

Aber auch bei Traser H3 und bei Luminox sind viele der Modelle mit Saphirgläsern ausgestattet.

Hier finden Sie eine kleine Auswahl an H3 Uhren mit dem kratzfesten Saphirglas:

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